Die Smartphone-Zukunft gehört Apple nicht allein

Die Smartphone-Zukunft gehört Apple nicht allein
Bericht vom Android-Developer-Treffen m2d2


Das iPhone schickt sich an, den weltweiten Smartphone-Markt zu dominieren. Doch es gibt Alternativen zum Apple-Handy. Und die scheinen langsam Fahrt aufzunehmen.

Mit den Worten "Content is king, developers are emperors" startete in Düsseldorf am 23. Februar die m2d2, eine Mischung aus Codecamp und Konferenz rund um Mobile Development. Im Rahmen der Veranstaltung stand ausschließlich das Thema "Android" im Mittelpunkt. Ossi Urchs, Mit-Organizer des MobileMonday in Düsseldorf, führte gemeinsam mit Oliver Lauer durch die Veranstaltung.


"Android will be one of the major platforms", zeigte sich Urchs in seiner Keynote überzeugt. Er erinnerte daran, dass Google mittlerweile an die 60.000 Handsets am Tag ausliefere. Erst jüngst unterstrich Google-Chef Eric Schmidt auf dem Mobile World Congress in Barcelona, wie die neue Strategie des Unternehmens aussehen soll: "Mobile First". Mit Google im Rücken sei Android keine Spielwiese nur für Linux-Fans, sondern eine ernstzunehmende Größe auf dem Zukunftsmarkt der Smartphones.

 

Die richtige Strategie für eine App

Fabien Röhlinger von Androidpit widmete sich in seiner Präsentation der richtigen Strategie zur Entwicklung von Android-Applikationen. Er betonte dabei aus seiner Sicht die Vorteile von Android: Es biete als offenes System mehr Freiheiten als das proprietäre System von Apple. Ein offenes, Java-basiertes System wie Android kann schneller vorangebracht werden, da in der Masse mehr Entwickler daran arbeiten. Mit Google würde zudem ein starkes Unternehmen hinter dem Projekt stehen.


Im Bereich der Apps dominiert Apple mit über drei Milliarden Anwendungen eindeutig. Dennoch glaubt Röhlinger, dass Android eines Tages vorbeiziehen werde. Die Entwicklung von Apps erfordert Innovation und laut Röhlinger auch Imitation. Es sei sehr schwer, ständig innovativ zu sein, meint er, daher können funktionierende Konzepte auch adaptiert werden. Röhlinger empfiehlt Entwicklern, sich Apples App Store gründlich anzuschauen, um sich davon inspirieren zu lassen.


Eigentlich dienen Applikationen der Problemlösung. Auf dem Weg dahin macht jedoch so manche App Probleme, wenn etwa das Handling nicht durchdacht ist. Design und Usability müssen neben der Performance im Vordergrund stehen. Klassische Designfehler seien völlig überfrachtete Benutzeroberflächen. Der Screen einer App sollte so wenig Elemente wie nötig bieten. Auch auf umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten sollte verzichtet werden. Diese seien nur für Experten, rät Röhlinger.


Eine gute App ist aber noch lange kein Erfolgsrezept. Erst durch entsprechendes Marketing kann die App zu Geld gemacht werden. Im Gegensatz zum iPhone fehlt dem Android Market allerdings noch eine kommerzielle Erfolgsstory. Gerade dieser Umstand bietet Developern jedoch die Möglichkeit, sich auf dem Markt zu positionieren. Laut Röhlinger sollte man sich auf bestimmte Geräte spezialisieren und immer die Zielgruppe im Auge behalten. "Bau etwas, was du auch verwenden willst."


Auch Google sollte noch von Apple lernen: Der Verkauf der Apps müsse erleichtert werden, auch ein geeigneter und zuverlässiger Client zur Synchronisation mit dem PC fehle noch. Welche Auswirkungen solch kleine, aber wichtige Features haben, muss Oliver Lauer bereits "schmerzlich" in der eigenen Familie erfahren. Seine Tochter weigert sich partout ein Android Smartphone zu benutzen, denn mit ihrem iPhone findet sie im großen iTunes Store schnell und sicher alles, was sie sucht. Entsprechend kann die Empfehlung von Lauer nur lauten: "Guckt die Kids an."

Von Touchscreens, Arbeitsspeicher und Augmented Reality

Google hat Android von Anfang an für Touchscreendisplays vorgesehen. Seit Version 2.0 wird Multitouch unterstützt. Theoretisch gibt es keine Begrenzung der Fingeranzahl im System. Allerdings hängt es von der Hardware ab, wie die Multitouch-Fähigkeit umgesetzt werden kann. Das Motorola Milestone unterstützt maximal zwei Finger, hielt Markus Junginger von Greenrobot in seinem Vortrag fest. Bei HTC sei die Multitouch-Unterstützung auch noch nicht so ausgefeilt. Junginger wünscht sich daher für die Zukunft eine Vereinheitlichung der Multitouch-Hardware.


Markus Köhler von SAP widmete sich der Optimierung der Arbeitsspeicherverwaltung. SAP entwickelte mit dem Memory Analyzer ein eigenes Tool zur Bestimmung der Arbeitsspeichernutzung. 2007 wurde das Tool in einer Open-Source-Version als Eclipse Memory Analyzer bereitgestellt. Mit dem Programm kann geprüft werden, welche Prozesse den Arbeitsspeicher belasten.


Anderes Thema: Augmented Reality. Wikitude ist ein Kit, mit dem sich die gerade so heiß begehrten Augmented-Reality-Apps entwickeln lassen. Das Programm nutzt GPS und Google Maps. Zur Demonstration wurde eine kleine App, mit der die Positionen von New York und Wien auf dem Display des Smartphones angezeigt wurde, verwendet. Wikitude steht noch am Anfang seiner Möglichkeiten und soll auch für andere Smartphone-Betriebssysteme angeboten werden. Während Wikitude für kostenlose Apps frei zur Verfügung steht, müssen kommerzielle App-Anbieter eine Lizenz erwerben.

 

Android für die Deutsche Bahn

Die Zugbegleiter der Deutschen Bahn nutzen bisher Nokia Communicator vom Typ 9300 und E90. Mit den Handys können die Bahnmitarbeiter über ein zentrales System via SMS mitteilen, ob ein Zug gerade Verspätung hat. Der Zugbegleiter kann sich auch Informationen über mögliche Anschlusszüge einholen und diese anweisen zu warten. Nokia entschloss sich aber dazu, die Communicator-Reihe vollständig vom Markt zu nehmen, was die Bahn vor ein Problem stellte.


Heiko Sasse von der Deutschen Bahn erklärte, wieso die Gesellschaft in Zukunft auf Android setzen wird. Die Bahn wollte eine zukunftsfähige Plattform, die nicht so stark von einem Gerätehersteller abhängig ist. Usability und die Möglichkeit, Software einfach für die Plattform entwickeln zu können, waren die wichtigsten Kriterien bei der Entscheidungsfindung.


Die Wahl fiel nach längerer Prüfung auf Android. Apple wurde aufgrund der Geschlossenheit des Systems gar nicht erst in die engere Wahl genommen. Aufgrund des offenen Systems und der Performance der Geräte fiel die Wahl auf Android. Sasse führte das System im Detail vor, meldete virtuelle Verspätungen und wies dabei Züge an, zu warten. Das Publikum schaute gespannt, war so doch sichergestellt, dass jeder nach der Veranstaltung pünktlich nach Hause kommt.

Die Zukunft ...

Eine bedeutende Entscheidung für die Android-Plattform. Ob das OS am Ende aber Erfolgt haben wird? Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Nur wenn Hard- und Software optimal aufeinander abgestimmt sind und die Hersteller der Smartphones keinen Wildwuchs betreiben, dann hat Android eine Chance gegen Apple. Der Enthusiasmus der m2d2-Beteiligten lässt aber hoffen, dass die Smartphone-Zukunft nicht alleine Apple gehört.

 

reprint des Artikels von dort

Text Input: Lukasz Konieczny

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Tags: Android, Text, copy, m2d2

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