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Gestern habe ich mit großer Spannung mein erstes Mobile Monday Event in Berlin besucht. Das Thema war Dashed Hopes vs Silver Linings - Mobile in 2008 & 2009. Sechs Vertreter der Branche haben über die Erfahrungen in 2008 berichtet und einen Ausblick auf 2009 gegeben. Die jeweiligen Experten waren:
* Thorsten Lubinski von Alazar (Spiele- und Applikationsentwickler für mobile Geräte)
* Björn Behrendt von Hiogi (Startup im mobilen Bereich)
* Christof Fromm von E-Plus (Netzbetreiber)
* Markus Otto von MTV (für Bereich Mobile Marketing)
* Hâkon Wium Lie von Opera (Mobile Internet und Mobile Browser)
* Christof Hellmis von Nokia Gate5 (Mobile Context in Nokia Maps)
Es wurden keine einzelnen Vorträge gehalten, sondern es gab eine Diskussionsrunde mit allen Experten zusammen. Moderator war Christoph Räthke, der die Diskussion sehr gut, locker und amüsant geleitet hat.
Die Experten haben aus ihrer Business Sicht die Erfahrungen, Erkenntnisse und Enttäuschungen des Jahres 2008 zusammengefasst. Thorsten Lubinski hat einen Einblick in die Applikationslandschaft von Apple gegeben. Von sieben Applikationen, die sie in fünf Monaten entwickelt haben, hat es eine Applikation in den Top 10 in Europa geschafft: Der Fotobearbeitungsdienst Picoli.
Interessant ist, dass man seiner Einsicht nach mit einer Applikation unter den Top 100 im App Store kommen muss, damit sich damit Geld verdienen lässt. Im Applikationsmarkt ist man sehr auf Android gespannt und welche Entwicklungen es dort geben wird. Weiterhin schätzt er den Markt so ein, dass man mit den Applikationen heute bislang erst 20 % von dem abdeckt, was technisch möglich ist. Für 2009 legt er den Fokus auf Online Multiplayer Games.
Christof Fromm hat die Sicht der Netzbetreiber im Mobile Data Bereich wiedergegeben. Die Enttäuschung des Jahres war demnach auch Mobile TV für ihn. Positiv sieht er die Entwicklung mit dem iPhone. Es ist eine Lösung, die anders als i-mode auch hier in Europa funktioniert. Mobile Internet sieht er dennoch nicht als Massenmarkt in den nächsten 5-10 Jahren. Er wünscht sich aber, dass es in dem Bereich mehr Wettbewerb gibt und der ganze Markt dadurch weiter wachsen kann. In diesem Umfeld bietet E-Plus Entwicklern mit beta2go eine Plattform an, bei der Dienste vor Markteinführung von Nutzern getestet werden können.
Im Anschluss an das Event habe ich mich mit ihm nochmal detailierter über E-Plus und deren Absichten mit Mobile Data unterhalten. Insbesondere ging es um die Verbesserung der Infrastruktur, die ja notwendig ist, damit sich Mobile Internet durchsetzen kann. Recht klar hat sich Christof dazu geäußert, dass E-Plus erst groß in die Infrastruktur investieren wird, wenn sich herausstellt, dass das Mobile Internet auch massenmarktfähig wird. Eine Alternative wären Mobile Advertising Modelle für Netzbetreiber, um die Mobile Data Nutzung zu finanzieren. Wie diese aussehen wollte mir Christof leider nicht verraten, aber Werbebanner auf dem WAP-Portal werden wohl nicht die Lösung sein.
Hâkon Wium Lie hat ein paar interessante Daten zur Nutzung vom mobilen Opera Browser bekanntgegeben. So hat hat sich die Nutzerzahl seit 2008 auf 20 Mio. Nutzer pro Monat vervierfacht. Dabei kämpft Deutschland mit Ägypten um den zehnten Platz.
Nach den Erfahrungen von 2008 folgten die Einschätzungen und Wünsche für 2009. Was wird passieren und was muss passieren?
Hier ist insbesondere das Wort Offenheit gefallen. Offenheit von Seiten der Netzbetreiber soll den Wettbewerb anregen und zu guten und nützlichen Applikationen führen. Auch die Dienste und die Infrastruktur der Gerätehersteller müssen offener werden, damit Dienste schnell an den Markt kommen können. Die Zukunft wird im Web liegen. Dazu wird es Web-Widgets geben, die ähnlich wie Applikationen aufgebaut sind. Auch Open-ID soll in die mobile Welt integriert werden, um das personalisierte mobile Weberlebnis zu erleichtern.
Abgeschlossen wurde mit der Frage, was passieren muss, damit die mobile Datennutzung gesteigert werden kann. Auch hier ist es eindeutig, dass das Pricing für mobile Datennutzung noch transparenter gemacht werden muss in Deutschland. Es muss eine günstige mobile Datenflatrate kommen, die die Webnutzung in der Bevölkerung anregt.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass über nicht viele Neues berichtet wurde, aber die Konstellation der Expertenrunde war aufgrund ihrer Vielfalt brisant und spannend. Vor und nach den Diskussionen konnte man sich mit den zahlreichen Besuchern über weitere mobile Themen unterhalten. Die Atmosphäre war überaus entspannt und locker. Insgesamt gesehen war es ein sehr interessantes und gut organisiertes Event, das ich mit Sicherheit öfter besuchen werde!
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